Aktuelles

„Ein Traumspiel“ – Strindbergs Drama über Himmel, Erde, Fegefeuer und die Hölle

 - eine Kooperation mit Tänzern des Tanztheaters Trier und Kreuz&Quer

 

 

Strindbergs Werke sind düster, wie die schwedische Nacht dunkel ist. Und trotz der Botschaft, dass sich die Menschen das Leben zur Hölle machen, stecken in Strindbergs Dramen ein Schimmer von Hoffnung und Lebenssinn. Ganz besonders findet sich diese Hoffnung in „Ein Traumspiel“, in dem Agnes, die Tochter des indischen Gottes Indra beschließt, zu den Menschen hinabzusteigen. Doch schnell stellt Agnes fest: „Es ist schade um die Menschen!“ und versuchte sie am Anfang den Menschen liebendes Mitleid entgegenzubringen, endet sie zum Schluss auf einer Pest-Insel in absoluter Isolation.

Diese Geschichte bringt Kreuz&Quer gemeinsam mit Ensemble-Mitgliedern des Tanztheater Triers im November im Kasino am Kornmarkt auf die Bühne.

 

Dazu erklärt Regisseur, Marc-Bernhard Gleißner: „Strindbergs „Ein Traumspiel“ erzählt keine lineare Handlung in unterschiedlichen Szenen vermischen sich die Ebenen der Wirklichkeit: Man weiß nicht, ob es sich um Traum, Theater, Literatur oder um ein mystisches Geschehen handelt, das sich im Drama vollzieht. Diese bewusst verwirrende Struktur haben wir in der Inszenierung bewusst linearer dargestellt und symbolisch verstärkt. So wird das Drama mit den Stationen Himmel, Erde, Fegefeuer und Hölle inszeniert. Uns ist die Inszenierung der Atmosphäre dieser einzelnen Ort wichtige, die letztlich Strindbergs Aussage über den Menschen thematisieren soll: Der Mensch selbst wird als göttliches Wesen in die Welt geschickt, mit der Gabe zu lieben. Während er Anfang versucht die Welt durch Liebe zu retten, wird er aber schnell zum Opfer von Missgunst, Gewalt und verweigerter Liebe seiner Mitmenschen. Die Konsequenz: Die Menschen isolieren sich gegenseitig und sind wie Agnes in der letzten Szene des Stückes gefangen am Strand der Schande. Ein Symbol für die Hölle.“

 

Für die atmosphärische Verstärkung sind die einzelnen Stationen von Liedern der schwedischen Band Kent umrahmt. Für die choreographische Inszenierung der Rahmengeschichte boten Susanne Wessel, Andres De Blust Mommaerts, René Klötzer und Robert Seipelt vom Tanztheater Trier eine Kooperation an.

„Die Zusammenarbeit mit Kreuz&Quer hat sich in den letzten zwei Jahren entwickelt. Durch ein gemeinsames Projekt haben sich René, Marc-Bernhard und ich uns kennengelernt. Mit der sehr erfolgreichen Zusammenarbeit beim GrAFiTi-Festival 2014 stellte sich dann in der Folge für uns die Frage, ob man nicht mal ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen kann. Dann kam der Vorschlag, dass man Strindbergs „Ein Traumspiel“ einer Neuinszenierung zwischen Tanztheater und Schauspiel unterziehen konnte. Das Konzept klang spannend, also war die Kooperation geboren.“ erzählt Suanne Wessel.

 

„Die Tanzinszenierung des Stückes bilden eine eigene Einheit. Sie kommentieren nicht das Schauspiel, sondern entwickeln eigene, sphärische und emotionale Interpretationen des Stückes. Dabei laufen die Tanzinszenierungen manchmal konträr, manchmal ergänzend und manchmal symbolisch synchron mit dem Schauspiel und verstärken so die Traumperspektive des Stückes. Die Choreographien haben wir uns über uns Improvisation erarbeitet und sind stilistisch vom zeitgenössischen modernen Tanz geprägt. An der Palucca-Schule, auf der wir ausgebildet wurden, legte man viel Wert auf Improvisation. Diese Methode macht es auch erst möglich, die recht wirren Strukturen in Strindbergs „Traumspiel“, die wirklich der Logik des Traumes entsprechen, emotional nachzuspüren und inszenieren.“ berichtet Susanne Wessels.

 

„Die Inszenierung von „Ein Traumspiel“ wird eine der erwachsensten Inszenierung in der 10-jährigen Geschichte von Kreuz&Quer. Noch nie wurde in der Inszenierung eines Stoffes von so klar das Thema der Isolation des Menschen erzählt. Jedoch bleiben wir uns auch treu: Viele versteckte Anspielungen in Farben und Klang werden den Zuschauern die mystische Inszenierung von Traum, Wahr- und Alpträumen zeigen.“ verdeutlichen die neuen Leiter der Theatergruppe Sabine Lamberty und Alex Kotz.

 

Aufführungen: Premiere 18.11., 20.11., 24.11., 4.12.2014, Kasino am Kornmarkt 19 Uhr

 

GraFITI - Das studentische Theaterfestival der Grossregion in Trier 

 

Vom 9.6. - 14.6 Montag präsentieren Ensembles unter anderem der Hochschulen in Luxemburg, Saarbrücken und Trier bei “GraFiTi” sechs Tage lang die Vielfalt studentischen Theaters.

 

Neben den Aufführungen bietet das Festival verschiedene offene Workshops zu Tanz, Improvisation und Straßentheater sowie Partys und Konzerte. Veranstalter ist die Trierer Theatergruppe “Kreuz&Quer“.

 

Das Theaterfestival wird am 9.6.  offiziell in der Kapelle auf dem Campus 2 eröffnet. Die Ensembles präsentieren im Anschluss ihre selbstverfassten Theaterstücke in verschiedenen Spielstätten in Trier. Am Samstag, 14. Juni, findet eine große Abschlussfeier mit Preisverleihung statt.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.grafitival.de.

 

Kreuz&Quer präsentiert deutsche Uraufführung von:

„Manchmal schneit es im April“

Die Trierer Theatergruppe Kreuz&Quer führt am 1. Mai im Theater des Viertels in Saarbrücken die deutsche Uraufführung von Joao Santos Lopes „Manchmal schneit es im April“ in der Übersetzung des Trierer Romanisten Henry Thorau im Rahmen der Tagung zur Nelkenrevolution an der Universität des Saarlandes auf.


Regie führen Marc-Bernhard Gleißner und Sabine Lamberty. Lamberty hat mit dem Stück ihr Regiedebüt: „Das Stück spielt 12 Jahre nach der Nelkenrevolution. 1974 rechnet ein General rechnet der Regierung vor, dass der Kolonialkrieg in Afrika verloren ist und tritt damit eine beinahe unblutige Revolution los, die Portugal den Weg in die Demokratie weist. 12 Jahre später ist Portugal zwar demokratisch, aber sozial tief gespalten. Rassismus und Sexismus haben ihren Platz in der Gesellschaft. In „Manchmal schneit es im April“ entführen fünf junge Männer einen Schwarzen, um ihn zu vergewaltigen und umzubringen. Ihre rassistisch motivierte und sexualisierte Gewalt wird zum Ausdruck eines komplexen Geflechts aus Okkultivierung, Drogenrausch, Inferioritätskomplex und Desorientierung im neuen Europa. Doch der ursprüngliche Plan geht nicht auf, denn einer der Täter macht einen Rückzieher und das Opfer scheint die Situation plötzlich zu kontrollieren.“

Marc-Bernhard Gleißner hat mit dem Stück sein 10. Regie-Jubiläum. Er erklärt die Dramaturgie des Stückes: „Unsere Inszenierung des Stückes zeigt die Ahistorizität des Hassens in seiner rassistischen und sexualisierten Ausprägung. Das Stück ist wie ein Experiment angelegt, das zeigt, welche Macht sprachliche Gewalt hat und wie es in letzter Konsequenz zu körperlicher Gewalt führt. Kreuz&Quer will mit der Inszenierung von „Manchmal schneit es im April“ nicht unterhalten und erst recht nicht eine Geschichte erzählen. Vielmehr soll die Logik der Gewalt aufgezeigt werden, die immer ein Publikum braucht, das diese Gewalt zulässt. Kreuz&Quer macht dies durch die Mechanismen von Hasssprache, der narrativen Konstruktion von Selbstviktimisierung und der blinden Ästhetisierung der westlichen Pop-Kultur in dem Stück

greifbar.“

 

Aufführung am: 1.5. 2014, 19.00 Uhr | Einlass ab 18.30 Uhr |

Theater im Viertel, Saarbrücken

 

Kartenreservierung und -vorverkauf nur über die Universität Saarbrücken per E-Mail an: g.mueller@mx.uni-saarland.de | Kartenpreise: 7,– / 5,– (ermäßigt)

bühne1 inszeniert ein Stück von Lukas Linder

"Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird", die neue Produktion der bühne1 ist noch bis zum 22. Juni im Studio zu sehen. Die Theatergruppe widmet sich mit dem Stück von Lukas Linder dem Heldentum an sich und fragt: Was ist ein Held überhaupt? Kann er mehr sein als ein Echo des Publikums? Und was ist dann die Badewanne, die als Heldenbühne für die Revolutionsikone Marat berühmt wurde?

Antworten auf diese Fragen findet Ihr hier.

Kreuz & Quer gibt sich ein Leitbild

Mit erstaunlicher Geschwindigkeit und großer Präzision ist es uns gelungen, zu formulieren was wir sind und was wir sein wollen. Zu unserer Erleichterung haben wir festgestellt, dass das in den meisten Punkten bereits überein-stimmt. Und so wurde unser Leitbild alles andere als ein Leidbild.

Aber überzeugt euch selbst: hier.

TheaterUmriss mit neuem Stück in der Tufa

"Strahlender Untergang - Ein Entwässerungsprojekt oder die Entdeckung des Wesentlichen" von Christoph Ransmayr ist eigentlich ein Prosatext. Ein Prosatext über eine so genannte "neue" Wissenschaft, die den Herrn der Welt, der sich in seiner Schöpfung verirrt hat, endlich wieder zu sich selbst bringen soll.

 

TheaterUmriss hat sich nun an eine Bühnenfassung gewagt, die am Donnerstag, dem 9. Mai um 20 Uhr in der Tuchfabrik Trier Premiere feiert. Weitere Aufführungen gibt es am 10., 23. und 24. Mai, sowie am 3. und 4. Juli.

28. Februar: Kreuz & Quer bei GrAFiTi-Festival

Beim Theaterfestival GrAFiTi, das dieses Jahr in Luxemburg stattfindet, ist Kreuz & Quer mit dem Stück Der Mann, der eine Fabrik war von Augusto Boal vertreten. Somit beteiligen wir uns zum zweiten Mal in Folge am größten Theater-Event der freien Szene in der Region, das wir allen Interessierten sehr empfehlen können.

Video: Revolution auf Südamerikanisch (Exílio)

Revolution in Wort und Bild

 

Natürlich haben wir auch von unseren jüngsten Aufführungen von Revolution auf südamerikanisch,

am 28. und 29. September, Bilder und Berichte für

Euch zusammengetragen.

 

Zur Bildergalerie

 

Zum TV-Bericht

Über uns     Stücke     Förderer     Presse    Gästebuch     Kontakt